ZG09110211 - 02.11.2009
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Benedikt XVI. zu Allerseelen


Auferstehung – Ewiges Leben – Hoffnung


ROM, 2. November 2009 (ZENIT.org).- In seiner Ansprache zum gestrigen Gebet des Angelus am Hochfest Allerheiligen lud Papst Benedikt XVI. alle Christen dazu ein, bei ihrem Besuch auf den Friedhöfen am Gedächtnis Allerseelen der Toten in einem echt christlichen Geist im Gebet und mit Werken des Glaubens, der Liebe und der Hoffung zu gedenken. Am heutigen Nachmittag wird sich der Papst in die Grotten der Vatikanischen Basilika begeben, um privat für das Seelenheil der dort bestatteten Päpste zu betenDie gestrige Mahnung, auf das Geheimnis des Todes im Licht des Evangeliums und erleuchtet vom Glauben an die Auferstehung zu blicken, hat Benedikt XVI. im Lauf seines Pontifikats bereits mehrmals eindringlich vorgebracht und daran erinnert, dass man vor dem Tod des Leibes keine Angst zu haben brauche, da der Gläubige sowohl im Sterben als auch im Leben bei Christus sei.

In seiner Ansprache zum Gebet des Angelus am 2. November 2008: „ Bereits der Apostel Paulus schrieb an die ersten Gemeinden und ermahnte die Gläubigen dabei, ‚[nicht zu trauern] wie die anderen, die keine Hoffnung haben’. ‚Wenn Jesus – und das ist unser Glaube – gestorben und auferstanden ist’, so schrieb er, ‚dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen’ (1 Thess 4,13–14). Es ist auch heute notwendig, die Gegebenheit des Todes und des ewigen Lebens zu evangelisieren, Gegebenheiten, die besonders der Versuchung von Aberglauben und Synkretismen unterworfen sind, damit die christliche Wahrheit nicht der Gefahr ausgesetzt wird, mit Mythologien verschiedener Art vermischt zu werden.“

„In Wirklichkeit wollen wir alle, wie schon der hl. Augustinus feststellte, das ‚selige Leben’, das Glück. Wir wissen nicht genau, was es ist und wie es ist, aber wir fühlen uns zu ihm hingezogen. Das ist eine universale Hoffnung, die den Menschen aller Zeiten und allerorts gemeinsam ist. Das Wort ‚ewiges Leben’ versucht, dieser ununterdrückbaren Erwartung einen Namen zu geben: nicht unendliches Aufeinanderfolgen, sondern das Eintauchen in den Ozean der unendlichen Liebe, in dem es keine Zeit, kein Vor- und Nachher mehr gibt. Eine Fülle an Leben und Freude: Das ist es, was wir von unserem Mitsein mit Christus erhoffen und erwarten.“

Der Mensch von heute jedoch verdrängt für Benedikt XVI. oft den Gedanken an den Ton und lebt so, als ob es Gott nicht gebe. Vor dem Angelus am http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/angelus/2006/documents/hf_ben-xvi_ang_20061101_all-saints_ge.html1. November 2006 fragte sich der Papst: „Erwartet der moderne Mensch eigentlich immer noch das ewige Leben oder meint er, dass es einer inzwischen überholten Mythologie angehört?“

„In unserer Zeit, stärker als in der Vergangenheit, ist man so sehr von den irdischen Dingen in Anspruch genommen, dass es manchmal schwerfällt, an Gott als den Hauptakteur der Geschichte und unseres Lebens zu denken. Das menschliche Dasein ist jedoch seinem Wesen nach auf etwas Größeres ausgerichtet, das das Dasein selbst übersteigt, und im Menschen ist das Streben nach Gerechtigkeit, Wahrheit und vollkommenem Glück unauslöschlich. Vor dem Rätsel des Todes leben in vielen Menschen der Wunsch und die Hoffnung, ihre Angehörigen im Jenseits wiederzufinden. Ebenso ist die Überzeugung stark, das es ein Jüngstes Gericht gibt, das die Gerechtigkeit wiederherstellt, die Erwartung einer endgültigen Gegenüberstellung, bei der jeder das erhält, was ihm zusteht.“

Gott und mit ihm das Jenseits jedoch seien wirklich da, auch wenn der Mensch nicht an ihn glaube. Aus diesem Grund lade die Kirche dazu ein, für die Verstorbenen zu beten, Messen aufzuopfern und Ablässe zu erlangen, damit sie geläutert Eingang in das ewige Leben fänden.

So berührt Benedikt XVI. die Frage nach dem ewigen Leben: „ Für uns Christen bedeutet ‚ewiges Leben’ jedoch nicht nur ein immerwährendes Leben, sondern ein neues, ein anders beschaffenes Dasein, ganz eingetaucht in die Liebe Gottes, die von allem Bösen und vom Tod befreit und uns in die nie endende Gemeinschaft mit allen Brüdern und Schwestern stellt, die an derselben Liebe teilhaben“ (Angelus 1.11.2006). Die Ewigkeit könne daher bereits inmitten des irdischen und zeitlichen Lebens gegenwärtig sein, „wenn die Seele durch die Gnade mit Gott, ihrem tiefsten Grund, verbunden ist. Alles vergeht, nur Gott ändert sich nicht“.

Der Gott, der Liebe ist, habe sein Leben für die Menschen gegeben und verlasse sie nicht, da er sie bis zum Ende liebe, so Benedikt XVI. vor dem Angelusgebet am 2. November 2008: „ ‚Ich bin auferstanden und bin jetzt immer bei dir’, sagt uns der Herr, und meine Hand trägt dich. Wo auch immer du fallen magst – du wirst in meine Hände fallen, und ich werde sogar an der Pforte des Todes da sein. Wohin dich keiner mehr begleiten kann und wohin du nichts mitnehmen kannst, dort warte ich auf dich, um für dich die Finsternis in Licht zu verwandeln.“

Wie der Papst betont, sei die christliche Hoffnung nie nur individuell: „Sie ist immer auch Hoffnung für die anderen. Unsere Existenzen sind zutiefst aneinander gebunden, und das Gute und das Böse, das einer tut, berührt immer auch die anderen. So kann das Gebet einer Seele auf ihrer irdischen Pilgerschaft einer anderen Seele helfen, die sich nach dem Tod läutert.“


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